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Beginenhöfe – Leben in einer Frauengemeinschaft

Foto: Beginenhof in Brügge – Elke Wetzig (elya)CC BY-SA 3.0

 

Ab dem Jahr 1985 entwickelte sich die neue Beginenbewegung in Deutschland in verschiedenen Städten. Interessierte Frauen erforschten erforschten das Leben der historischen Beginen. Hieraus entstanden zunächst Vereine und später Frauenwohngemeinschaften.

Hier werden gemeinschaftliche und generationenübergreifende Wohnformen entwickelt. Die Beginen sind vielfältig interessiert und möchten zu einer Humanisierung der Gesellschaft beitragen.

 

Die Geschichte der Beginen

Um 1180 entstand der erste Beginenhof in den Niederlanden als Zufluchtsort für unabhängige und selbstständige Frauen, Witwen und Jungfrauen, die weder heiraten, noch in ein Kloster eintreten wollten. Ab dem 13. Jahrhundert vermehrten sich die Beginenhöfe verstärkt in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland.

Die Beginen waren selbstständige Frauen, die in großen oder kleinen Zusammenschlüssen, in Beginenkonventen oder Beginenhöfen, lebten. Ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangten sie durch Stiftungen, das Einbringen ihrer jeweiligen Besitztümer, ihrer erlernten Fähigkeiten und durch ihre Arbeit.

Ihre Art zu leben war entscheidend für den Niedergang der Beginen. Sie gerieten in das Spannungsfeld anderer rivalisierender Mächte und Gruppen. Kirche, Ratsherren und Zünfte trugen ihre Konflikte auf dem Rücken der Beginen aus. Überlebt haben in Flandern die Höfe, die nach den Religionskriegen unter spanischer katholischer Herrschaft eine Gegenreformation erlebten. Aber auch anderorts gab es noch lange Beginen, so starb die letzte im katholischen Essen erst 1884, die letzte im katholischen Bremen gar erst 1997!

1998 hat die UNESCO 13 Beginenhöfe in Flandern zum Weltkulturerbe erhoben. Beginen wohnen dort z. Zt. nicht mehr, diese Höfe sind aber weltweit ein Vorbild voller Atmosphäre für Frauenwohnen und -leben aus 750 bis 800 Jahren.

 

Die Beginen heute

Heute gibt es mehr Frauen denn je, die eigenständig und autonom leben möchten . Immer mehr Beginenhöfe entstehen und können sich vor dem großen Andrang kaum retten. In den Wohngemeinschaften leben nicht nur ältere, sondern auch berufststäitige Frauen und alleinerziehende Mütter. Ziel ist es, jeder Frau ihren Freiraum zu lassen, aber trotzdem Geborgenheit in der Gemeinschaft zu bieten.

Ein Beginenhof besteht aus Eigentumswohnungen und Gemeinschaftsräumen. Die Zusatzangebote sind je nach Hof unterschiedlich. In manchen Höfen sind Tiere gestattet oder gehören gar zum festen Bestandteil. Dort werden dann auch Hühner, Kühe, Schafe oder Pferde gehalten.

In einer Gemeinschaft läßt sich das Leben viel besser organisieren. Die Frauen achten aufeinander und helfen sich gegenseitig. Dadurch, daß sich die Frauen in ähnlichen Lebenssituationen befinden, findet ein reger Austausch statt und aus Nachbarn werden nicht selten Freunde. Um eine Wohnung in einem der vielen Beginenhöfe zu bekommen, müssen sich Interessierte bewerben. Die Leitung und alle dort wohnenden Beginen möchten sich ein Bild machen, ob die Bewerberin zu ihnen paßt oder nicht. Ab und an findet man auch Wohnungen zur Miete.

Wo befinden sich Beginenhöfe in Deutschland?

 

 

 

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